Wildtiere: Was deine Beleuchtung wirklich stört

Hallo, hier ist Judith.

Zu starke nächtliche Beleuchtung kann Vögel desorientieren, den Schlaf von Tieren verkürzen und die Wege von Wildtieren zerschneiden.

Lichtverschmutzung stört nicht nur den Sternenhimmel: Sie verändert natürliche Rhythmen und das Verhalten von Tieren. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du ihre Auswirkungen jedoch begrenzen, ohne ganz auf Licht rund um dein Zuhause verzichten zu müssen.

Gute Gewohnheiten, die du dir aneignen kannst

  • Schalte Außenbeleuchtung aus, wenn sie nicht benötigt wird, besonders während der Zugzeiten.
  • Richte Lampen auf den Boden aus und schirme ihren Lichtkegel ab, damit weder der Himmel noch Bäume beleuchtet werden.
  • Wähle warmes Licht mit einem bernsteinfarbenen Ton statt weißem oder bläulichem Licht.
  • Installiere einen Bewegungsmelder, damit die Beleuchtung nicht die ganze Nacht eingeschaltet bleibt.
  • Schalte dekorative Beleuchtung im Laufe der Nacht aus, besonders in der Nähe von Hecken, Gewässern und Bäumen.

Diese Maßnahmen verringern Lichtglocken, die Wildtiere stören, und können dazu beitragen, die Artenvielfalt in deiner Nachbarschaft zu erhalten. Weitere Tipps findest du zur nützlichen Tierwelt in deinem Garten und zu den Anzeichen eines tierfreundlichen Gartens.

Warum Licht Wildtiere stört

Die Nacht dient Vögeln, Insekten, Amphibien und vielen Säugetieren als Orientierung. Eine intensive Lichtquelle kann ihre Aktivität verändern, manche Arten anlocken und andere vertreiben: So wird sie zu einer Störung ihrer Lebensräume, die für uns manchmal unsichtbar ist.

In New York ließ sich dieses Phänomen anhand der Lichtstrahlen des Tribute in Light Memorials messen, die jedes Jahr am 11. September eingeschaltet werden. In einer Nacht mit starkem Vogelzug können etwa 160.000 Vögel von den Lichtstrahlen angezogen werden: Sie kreisen im Lichtkegel, statt ihren Weg fortzusetzen. Wird die festgestellte Dichte kritisch, werden die Lichter jeweils für zwanzig Minuten ausgeschaltet; dann können die Vögel innerhalb weniger Minuten ihren Weg fortsetzen.

Vogelzug: Wenn Licht die Orientierung erschwert

Viele Singvögel ziehen nachts und orientieren sich an den Sternen, am Erdmagnetfeld und an visuellen Orientierungspunkten. Intensives künstliches Licht kann sie zu Gebäuden, Brücken oder Türmen locken und so das Risiko von Kollisionen und Erschöpfung erhöhen.

Auch nachtaktive Insekten werden in der Nähe von Lampen desorientiert, während manche Fledermäuse beleuchtete Bereiche meiden. In der Nähe von Gewässern kann Licht außerdem Fische stören, die sich vor allem im Dunkeln fortbewegen. Eine einzige falsch ausgerichtete Straßenlaterne kann also mehrere Glieder der Nahrungskette beeinträchtigen.

Schlaf und Fortpflanzung: die weniger sichtbaren Auswirkungen

Licht führt nicht nur zu Kollisionen. Beobachtungen an Amseln haben gezeigt, dass nächtliche Beleuchtung in der Stärke einer Straßenlaterne den Beginn der Fortpflanzungszeit um mehrere Tage, manchmal sogar länger, vorverlegen kann – verglichen mit Vögeln, die in dunklen Gebieten leben.

Diese Verschiebung kann problematisch sein, wenn die Küken schlüpfen, bevor es besonders viele Raupen und Insekten gibt, von denen sie sich ernähren. Beleuchtung kann außerdem den Tag, den der Vogel wahrnimmt, verlängern: Er singt früher und bleibt länger aktiv – zulasten seiner Ruhe und seiner gewohnten Aktivitäten.

Stell dir eine Hecke unter einer Straßenlaterne vor, die die ganze Nacht eingeschaltet ist: Die dort nistenden Vögel können schon vor Tagesanbruch zu singen beginnen, während sich Insekten um die Lampe sammeln. Der Effekt scheint örtlich begrenzt, verändert aber die Wechselwirkungen zwischen den Arten. Die Dunkelheit zu schützen heißt auch, die natürlichen Rhythmen zu schützen, die das Leben in der Nacht bestimmen.

Welche Beleuchtung schützt nachtaktive Tiere?

Die Auswirkungen zu verringern bedeutet nicht, jedes Licht abzuschaffen. Es geht vor allem darum, kürzer und gezielter zu beleuchten und nur dort, wo es nötig ist.

Beleuchtungsart Wahrscheinliche Auswirkungen auf die Tierwelt Sinnvolle Maßnahme
Weißes oder bläuliches Licht Es breitet sich weit aus und kann manche Tiere stärker anlocken. Einen warmen oder bernsteinfarbenen Ton bevorzugen.
Zum Himmel gerichtete Lampe Sie erzeugt eine weithin sichtbare Lichtglocke und erschwert die nächtliche Orientierung. Den Lichtkegel auf den Boden richten und abschirmen.
Dauerbeleuchtung Sie verlängert die künstliche Aktivitätszeit und stört die Fortbewegung. Eine Zeitschaltuhr oder einen Bewegungsmelder verwenden.
Außenbeleuchtung ausgeschaltet, wenn sie nicht benötigt wird So bleibt mehr Raum für Dunkelheit und nächtliche Bewegungen. Dekorative Lampen während der Nacht ausschalten.

In Frankreich regeln nationale Vorschriften unter anderem die Betriebszeiten und Ausrichtung bestimmter Außenbeleuchtungen. Auch Gemeinden können ihre öffentliche Beleuchtung anpassen, zum Beispiel indem sie die Lichtstärke reduzieren oder Vorrichtungen installieren, die sich bei Bedarf einschalten. Im eigenen Garten sind dieselben Grundsätze wirksam und einfach umzusetzen.

Drei Schritte, um die Lichtverschmutzung bei dir zu Hause zu verringern

  1. Finde unnötige Lichtquellen. Achte auf Lampen, die eine Fassade, eine Hecke oder den Himmel beleuchten, ohne die Sicherheit des Ortes zu verbessern.
  2. Ändere ihre Ausrichtung und Leuchtdauer. Ergänze einen Lampenschirm, eine Zeitschaltuhr oder einen Bewegungsmelder und beschränke die Beleuchtung auf die nötigen Stunden.
  3. Prüfe das Ergebnis bei Nacht. Schau von draußen, ob das Licht noch über den zu beleuchtenden Bereich hinausstrahlt, und passe es bei Bedarf an.

Eine dunklere Straße ist nicht unbedingt eine unsicherere Straße: Gezielte Beleuchtung kann für Menschen weiterhin nützlich sein und zugleich die Störungen für die Tierwelt verringern. Wenn mehrere Anwohner und Geschäfte diese Maßnahmen umsetzen, wirkt sich das auf die ganze Nachbarschaft aus.

Häufige Fragen zu nächtlicher Beleuchtung und Wildtieren

Stört künstliches Licht nur Vögel?

Nein. Auch Insekten, Fledermäuse, Amphibien und manche Fische können betroffen sein. Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Art und Ort, aber Licht kann ihre Fortbewegung, ihre Nahrungssuche oder ihre Aktivitätszeiten verändern.

Welche Lichtfarbe sollte man draußen wählen?

Warmes, bernsteinfarbenes Licht ist im Allgemeinen weißem oder bläulichem Licht vorzuziehen. Wichtig ist außerdem, die Beleuchtungsdauer zu begrenzen und den Lichtkegel auf den Boden zu richten.

Sollte man alle Außenlampen ausschalten?

Nicht unbedingt. Am sinnvollsten ist es, unnötige dekorative Beleuchtung auszuschalten und funktionale Lampen nur dann einzuschalten, wenn sie gebraucht werden – mit einer Zeitschaltuhr oder einem Bewegungsmelder.

Warum kann Beleuchtung den Vogelzug stören?

Manche nachtaktiven Vögel werden von Lichtquellen angezogen und können um sie herumkreisen, statt ihren Weg fortzusetzen. Dadurch sind sie länger Erschöpfung, Fressfeinden und Kollisionen ausgesetzt.

Danke fürs Lesen! Wenn dich das Thema anspricht, hinterlass mir gern unten im Artikel einen Kommentar. — Judith

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