Gartenfauna und Gartenpflege: das oft vernachlässigte Duo

Hallo, hier ist Judith. Die Tierwelt im Garten hilft, Kulturen zu schützen, Blumen zu bestäuben und den Boden zu nähren: Sie willkommen zu heißen, gehört zu ihrer Pflege. Ein Igel jagt Wirbellose, eine Marienkäferlarve macht Jagd auf Blattläuse und ein Regenwurm trägt dazu bei, den Boden zu lockern. Mit ein paar einfachen Handgriffen kann dein Garten zu einem lebendigen Ort werden, ohne dass du auf Gemüsebeet oder Blumen verzichten musst.

Das kannst du jetzt tun, um die Tierwelt im Garten willkommen zu heißen

  • Richte eine ruhige Ecke ein mit Laub, Holz oder Steinen und wende sie nicht regelmäßig um.
  • Lass einen Streifen Rasen höher wachsen und mähe ihn ein- oder zweimal im Jahr.
  • Stelle eine flache Wasserschale auf und lege ein paar Steine hinein, damit Insekten wieder herausklettern können.
  • Sorge für eine gestaffelte Blütezeit und bevorzuge heimische Pflanzen mit gut zugänglichen Blüten.
  • Vermeide Pestizide und dauerhaftes nächtliches Licht, denn sie stören nützliche Insekten und die Arten, die sich von ihnen ernähren.

Diese einfachen Maßnahmen fördern die Artenvielfalt und bieten der Tierwelt Rückzugsorte, ohne dass du den ganzen Garten umgestalten musst. Wenn du noch mehr tun möchtest, findest du hier Ideen, wie du einen Garten gestalten kannst, der die Artenvielfalt fördert, und Tipps, wie du mit Hecken, Wasserstellen und Rückzugsorten die Tierwelt willkommen heißt.

Nützlinge im Garten: die unauffälligen Verbündeten

Ein häufiger Fehler ist, jedes Tier und jedes Insekt als Schädling zu betrachten. Doch in einem ausgewogenen Garten leben Arten mit unterschiedlichen Aufgaben: Einige halten Blattläuse oder Schnecken in Schach, andere tragen zur Bestäubung oder zum Abbau pflanzlicher Stoffe bei.

Ein ausgewachsener Marienkäfer ist leicht zu erkennen, doch seine längliche, dunkle Larve wird oft für ein schädliches Insekt gehalten. Auch Florfliegenlarven sind wertvolle Blattlausjäger; je nach Art und Bedingungen können sie mehrere Hundert Blattläuse fressen, bevor sie sich zum erwachsenen Insekt entwickeln.

Zusammenwirkende Aufgaben – vom Boden bis zu den Blüten

Kellerasseln und Regenwürmer tragen dazu bei, Laub und andere organische Stoffe umzuwandeln. Indem der Regenwurm seine Gänge gräbt, fördert er außerdem die Belüftung des Bodens und das Eindringen von Wasser – eine Arbeit, die ökologisches Gärtnern bewahren kann, indem es tiefes Umgraben einschränkt.

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen besuchen Blüten und tragen zur Bestäubung bei. Vögel, Kröten und Igel fressen verschiedene Wirbellose. Keine dieser Arten löst für sich allein alle Probleme, doch ihre Anwesenheit trägt zum ökologischen Gleichgewicht bei.

Beobachtetes Tier Aufgabe im Garten Förderliche Maßnahme
Marienkäfer und Larve Fressen unter anderem Blattläuse Auf Insektizidbehandlungen verzichten
Florfliege Die erwachsenen Tiere besuchen Blüten; die Larven jagen Blattläuse Blühende Bereiche und Unterschlupfmöglichkeiten erhalten
Regenwurm Baut organisches Material ab und belüftet den Boden Den Boden möglichst wenig tief bearbeiten
Biene, Hummel und Schwebfliege Tragen zur Bestäubung bei Einfache Blüten pflanzen, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen
Igel und Kröte Ernähren sich von verschiedenen Wirbellosen Durchgänge und geschützte Ecken freilassen

Umsichtige Pflege: mit Arten zusammenleben, die unterschiedliche Rollen spielen

Nicht alle Besucher sind jederzeit Nützlinge. Der Ohrwurm frisst zwar kleine Blattläuse, kann aber auch manche jungen Triebe beschädigen. Ameisen fangen Beutetiere, fördern mitunter aber auch Blattläuse, deren Honigtau sie ernten.

Die richtige Reaktion ist also nicht, eine Art grundsätzlich zu beseitigen. Beobachte zuerst, wo sie sich aufhält und welche Schäden tatsächlich auftreten. Ein angeknabbertes Blatt bedeutet nicht unbedingt, dass die ganze Pflanze bedroht ist: Raupen gehören zum Lebenszyklus der Schmetterlinge, und manche Larven leben im Kompost, ohne die Wurzeln anzugreifen.

Um die Larve des Rosenkäfers, die meist mit Kompost und verrottendem Holz in Verbindung gebracht wird, von einer Engerlinglarve zu unterscheiden, die Wurzeln angreifen kann, achte auf ihre Beine und ihre Fortbewegung. Die Rosenkäferlarve hat kleine Beine und bewegt sich oft wellenförmig fort; eine Engerlinglarve kriecht auf ihren längeren Beinen. Im Zweifelsfall solltest du sie besser nicht vernichten.

Drei Schritte, um den Garten einladender zu gestalten

  1. Beobachte, bevor du handelst. Achte darauf, welche Bereiche häufig besucht werden, ob Schäden auftreten und wo sich die Tiere verstecken können. Schon einige Beobachtungen zu verschiedenen Tageszeiten liefern nützliche Hinweise.
  2. Schaffe passende Ressourcen. Eine abwechslungsreiche Hecke, heimische Pflanzen mit gestaffelten Blütezeiten, eine sichere Wasserstelle und Rückzugsorte für die Tierwelt decken konkrete Bedürfnisse ab: Nahrung, Wasser und Schutz.
  3. Gib dem Gleichgewicht Zeit, sich einzustellen. Eine Hecke muss wachsen, ein Holzhaufen besiedelt werden und eine blühende Fläche mehrere Jahreszeiten durchlaufen. Verzichte auf unnötige Eingriffe und passe dein Vorgehen an deine Beobachtungen an.

Ein einladender Garten muss nicht überall wild sein. Ein gepflegter Rasen in Hausnähe kann neben einer weniger aufgeräumten Ecke bestehen, in der nützliche Insekten Unterschlupf finden und Vögel nach Nahrung suchen können.

Häufige Fragen zur Tierwelt und zur Gartenpflege

Wie lockt man Bestäuber in den Garten?

Pflanze einfache Blumen, die vom Frühling bis zum Herbst nacheinander blühen, bevorzuge Arten, die für deine Region geeignet sind, und vermeide Pestizide. Auch eine flache Wasserstelle kann ihnen nützlich sein.

Muss man sämtliches Laub entfernen?

Nein. Du kannst einen Teil davon in einer ruhigen Ecke liegen lassen: Das Laub bietet einigen kleinen Tieren Unterschlupf und zersetzt sich nach und nach. Halte Bereiche frei, in denen eine Ansammlung problematisch wäre.

Können Gartentiere mit einem Gemüsebeet zusammenleben?

Ja. Viele Arten halten sich in bewirtschafteten Gärten auf und tragen zur Bestäubung oder zur Regulierung bestimmter Wirbelloser bei. Rückzugsorte und blühende Flächen lassen sich mit dem Gemüseanbau vereinbaren.

Was tun, wenn ein Igel verletzt zu sein scheint?

Fasse ihn möglichst nicht unnötig an und wende dich an eine Wildtierpflegestation oder eine Tierarztpraxis, um passende Anweisungen zu erhalten. Gib ihm keine Milch.

Vielen Dank fürs Lesen! Wenn dich das Thema anspricht, hinterlasse mir gern unten im Artikel einen Kommentar. — Judith

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert